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Was ist ein Plus-Energie-Haus?

Die Definition Plus-Energie-Haus bezieht sich auf ein Gebäude, das mehr Energie erzeugt als es verbraucht. Man benötigt dazu ein sehr gut gedämmtes Gebäude - am besten ein Passivhaus. Die Energie, die selbst dieses Gebäude und seine Bewohner noch benötigen, wird durch eine Photovoltaikanlage selbst erzeugt, und der überschüssige Strom ins öffentliche Netz eingespeist (BEDARF - ERZEUGUNG ≤ NULL).


Welche Vorteile bringt ein Energiesparhaus?

Neben dem Vorteil der Energieeinsparung folgende:
- Verminderung des CO²-Ausstoßes,
- Verbesserung der Umweltqualität,
- weniger Nebenkosten für die Hausbesitzer bzw. die Mieter,
- erhöhter Wohnkomfort durch wärmere Außenbauteile,
- besserer sommerlicher Wärmeschutz insbes. im Dachgeschoss,
- Wertsteigerung Ihrer Immobilie (höherer Verkaufspreis),
- eine bessere Einstufung im ENERGIEPASS


Was ist ein Passivhaus?

Mit dem Begriff Passivhaus bezeichnet man ein Gebäude, das weitgehend ohne aktives Heizsystem auskommt. Es nutzt - ganz passiv - die solaren Gewinne aus sowie die Wärme, die durch die Bewohner, deren Geräte und Leuchten entsteht. Es verbraucht lediglich 15 kWh pro m² und Jahr (15 kW/m² a) an Heizenergie. Man könnte auch sagen: es ist ein 1,5-Liter-Haus.

Somit fallen bei einem Passivhaus von 150 m² Wohnfläche Heizkosten von lediglich ca. 150,- Euro/Jahr an*.

* bei 0,66 Euro/l Heizöl


Was ist ein Passivhaus, ein KfW-Effizienzhaus 70, 55 oder 40?

Zu 01.04.2009 wurden die Bezeichnungen für förderfähige Energiesparhäuser bei der KfW-Förderbank geändert:
Als Passivhaus bezeichnet die KfW und das Passivhaus-Institut in Darmstadt ein Gebäude, dass einen Jahres-Primärenergiebedarf von max. 40 kWh pro m2 Gebäudenutzfläche und einen Jahres-Heizwärmebedarf von max. 15 kWh pro m2 Wohnfläche aufweist.
Das KfW-Effizienzhaus 70 weist einen Primärenergiebedarf und Transmissionswärmeverlust von 70% der z.Zt. gültigen EnEV (Energieeinsparverordnung 2009) auf – spart also 30% Primärenergie ein.
Das KfW-Effizienzhaus 55 weist einen Primärenergiebedarf und Transmissionswärmeverlust von 55% der z.Zt. gültigen EnEV (Energieeinsparverordnung 2009) auf – spart also 45% Primärenergie ein.
Gleichzeit darf der Jahres-Primärenergiebedarf max. 40 kWh/m2 Gebäudenutzfläche nicht übersteigen.
Alle diese Haustypen können von der KfW mit einem zinsverbilligten Darlehen in Höhe von 50.000,- Euro je Wohneinheit gefördert werden. Den jeweils aktuellen Zinssatz entnehmen Sie bitte der Tabelle der KfW (Stand Juni 2012: ab 1,0 eff.).
www.kfw-foerderbank.de


Kann man aus einem bestehenden Gebäude
ein Niedrigenergie- oder Passivhaus machen?


In aller Regel ja! Viele Beispiele von älteren Gebäuden - ob Einfamilien- oder Mehrfamilienhaus, Schule, Kindergarten o.ä. - zeigen, dass man auch im Altbaubestand vernünftige Lösungen zum Energie sparen umsetzen kann - bis hin zum Passivhaus.


Kann man ein Fertighaus aus den 60er oder 70er Jahren modernisieren?

Ja, man kann. Die manchmal geäußerte Vermutung, ein solches Haus könne man nur noch abreißen, ist sicherlich in vielen Fällen nicht haltbar. Fertighäuser der oben genannten Periode wurden in der Vergangenheit bereits modernisiert und in ihren Eigenschaften stark verbessert. Neben einer besseren Wärmedämmung kann auch eine erhöhte Schalldämmung eine Rolle spielen sowie das weitgehende Binden von Schadstoffen, die damals Verwendung fanden. Auch hier ist ganz entscheidend, wer die Modernisierung Ihres Fertighauses vornehmen soll. Ökologisch unbedenkliche Baustoffe (Holzweichfaserplatten, Zellulosedämmstoffe und dergleichen) haben sich bewährt und sorgen für ein besseres Raumklima in Ihren vier Wänden.


Was versteht man unter dem Energieausweis?

Seit Juli 2008 ist der Energieausweis Pflicht für alle Wohnhäuser, die verkauft oder neu vermietet werden sollen.
Der Energieausweis soll Miet- und Kaufinteressenten helfen, sich über den Energiebedarf der jeweiligen Immobilie ein Bild zu verschaffen (ähnlich dem Energie-Label auf Kühlschrank oder Waschmaschine). Daher müssen alle Hausbesitzer, die ihre Immobilie neu vermieten oder verkaufen möchten, den Energieausweis den Interessenten vorlegen.
Ausgestellt wird das Dokument - auch bei Verkauf oder Vermietung einer Wohnung - für das gesamte Gebäude.
Für neu gebaute Wohnungen und Häuser ist der Energiebedarfsausweis gem. EnEV (Energieeinsparverordnung) bereits seit 2002 Pflicht.


Wie sieht der Ausweis aus?

Es gibt zwei verschiedene Modelle: den Bedarfsausweis und den Verbrauchsausweis.
Beim Bedarfsausweis wird der Energiebedarf des Gebäudes gem. EnEV errechnet. Dieser errechnete Energiebedarf ist unabhängig von der tatsächlichen Anzahl der Bewohner oder etwa der tatsächlichen Raumtemperatur auf der Grundlage der EnEV zu Berechnen. So spielt es keine Rolle, wie in der Vergangenheit geheizt wurde, und ob sich die Bewohner eher warm angezogen haben oder eher eine hohe Raumtemperatur im Winter hatten.
Der Verbrauchsausweis dagegen zeigt lediglich den durchschnittlichen Verbrauch der vergangenen drei Jahre an. Je nachdem, wie die Immobilie zuletzt genutzt wurde (im Extremfall gab es zeitweise Leerstand), kommt so ein hoher oder ein niedriger Verbrauchsausweis zustande.
Mieterschützern raten Verbrauchern, beim Energieausweis genau hinzuschauen, da der Bedarfsausweis den zu erwartenden Energiebedarf ausweist und nicht den Verbrauch der letzten Nutzer.
Für energetisch unsanierte Wohnhäuser mit bis zu vier Wohneinheiten kommt seit Oktober 2008 nur noch der Bedarfsausweis in Frage. Da dieser aussagekräftiger ist - und ehrlicher obendrein - empfehlen wir in jedem Fall den Bedarfsausweis erstellen zu lassen. Darüber hinaus enthält der Bedarfsausweis auch noch wertvolle Tipps und Hinweise zu empfohlenen Modernisierungsmaßnahmen. So kann der Miet- oder Kaufinteressent abschätzen, welche Modernisierungen er vornehmen lassen sollte, um teure Energie für Heizung und Warmwasserbereitung zu sparen.


Wer benötigt den Energieausweis?

Der Energiepass oder Energieausweis wurde am 01.01.2008 eingeführt. Jeder Hausbesitzer, der Wohnraum neu vermieten oder seine Immobilie verkaufen möchte, sollte zu diesem Zeitpunkt einen Energieausweis vorlegen können.
Der neue Mieter oder Käufer wird danach fragen. Er/sie hat ab 01.01.08 einen Anspruch auf den Energieausweis. Zukünftig wird der Energieverbrauch für den Kauf- und Mietinteressent ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl des Objektes werden.


Wo bekomme ich Informationen zu Fördermitteln?

Die beste Anlaufstelle für Fördermittel ist die Kreditanstalt für Wiederaufbau:
www.kfw-foerderbank.de
Hier finden Sie die verschiedenen Förderkredite und Zuschüsse für Energie sparendes Bauen und Modernisieren.

Die wichtigsten Programme für Bauherren/frauen:
- CO²-Gebäudesanierungsprogramm (für die energetische Modernisierung eines älteren Gebäudes),
- Ökoplus-Programm für Neubau eines KfW-Effizienzhauses oder eines Passivhauses;
- Ökoplus-Programm für Neubau eines KfW-70-Hauses, eines KfW-55-Hauses oder eines Passivhauses

Ihr/e Planer/in bzw. Energieberater/in sollte sich mit den gängigsten Förderprogrammen auskennen.


Wer fördert regenerative Energien wie Sonne und Holz?

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) in Eschborn gibt Zuschüsse für thermische Solaranlagen und u.U. auch für Holzpelletsheizungen. Schauen Sie auf jeden Fall nach unter: www.bafa.de, denn die Konditionen für die Zuschüsse ändern sich ständig.


Was ist eine Vor-Ort-Energieberatung?

Die Bezeichnung «Vor-Ort-Energieberatung» kennzeichnet die Beratung, wie sie vom BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle in Eschborn) vorgeschlagen wird. Im 1. Schritt kommt der Energieberater zu dem in Frage stehenden Gebäude - also vor Ort, um sich ein Bild von der Immobilie zu machen. Dann findet im 2. Schritt im Büro des Energieberaters die Phase der Berechnungen statt. Der 3. Schritt ist die Erläuterung des Energieberichtes beim Auftraggeber vor Ort. Diese Art der Energieberatung wird vom BAFA bezuschusst. Siehe auch www.bafa.de.


Warum wird die Energieberatung für jedes einzelne Gebäude durchgeführt?

Fast jedes Wohnhaus in Deutschland ist ein Unikat. Sehr selten wird ein Gebäude ein zweites Mal in genau derselben Form und Ausrichtung zur Sonne errichtet. Selbst bei einem Doppelhaus ist eine Hälfte anders ausgerichtet als die Zweite. Dadurch ergeben sich unterschiedliche Energieverluste und -gewinne. Genau diese Tatsachen sind es, die das Bundesamt für Wirtschaft (BAFA) bewogen haben, die Energieberatung für jedes einzelne Wohnhaus, dessen Bauantrag vor dem 01.01.1995 eingereicht wurde, zu bezuschussen.


Wie finde ich eine/n geeignete/n Energieberater/in?

Die auf der Beraterliste des BAFA verzeichneten Energieberater haben sich durch einen Lehrgang oder eine vergleichbare Schulung/Weiterbildung qualifiziert. Achten Sie darauf, dass der/die von Ihnen ausgewählte Energieberater/in Architekt oder Diplomingenieur im Bauwesen ist. Nur so ist gewährleistet, dass er/sie sich auch ganzheitlich mit Gebäuden beschäftigt. Auch sollte eine gewisse Berufserfahrung schon vorliegen. Schließlich wollen Sie nicht das «Versuchskaninchen» sein.


Was ist eine Thermographie?

Bei einer Thermographieaufnahme wird mittels einer Wärmebildkamera abgebildet, an welchen Stellen Wärme aus einem Gebäude entweicht (Transmissionswärmeverluste). Die dunklen (schwarzen bis blauen) Flächen der Aufnahme zeigen die kalten, gut gedämmten Bauteile, an denen keine Wärme entweicht. Die Bauteile, die in hellen Farben (gelb und rot) erscheinen, zeigen, dass hier Wärme entweicht.

Außenwanddämmung oder Innendämmung?

Diese Frage ist sehr individuell und nur anhand des konkreten Objektes zu beantworten. Grundsätzlich sollte von außen gedämmt werden. Es kann aber gute Gründe für eine Innenwanddämmung geben, z.B. wenn es sich um ein Denkmal handelt. Eine historische Fassade mit vielen Schmuckelementen, die eine Außendämmung verbieten, kann auch mit einer Innendämmung versehen werden. Es kommen unterschiedliche Materialien und verschiedene Dämmschichtdicken in Frage, die es gegenüber zu stellen gilt. Wichtig ist in jedem Fall die einwandfreie Ausführung, damit es nicht zu Schäden am Bauwerk kommt.


Ihr Gebäude hat einen sehr geringen Dachüberstand?

Viele Hausbesitzer, die über eine Außenwanddämmung nachdenken, berichten uns, dass Ihr Haus einen sehr kleinen Dachüberstand habe. Damit ist meistens der Ortgang an der Giebelseite des Hauses gemeint. Eventuell war auch schon eine Malerfirma vor Ort die sagte, dass zunächst der Dachüberstand verbreitert werden müsse.
In aller Regel ist das nicht erforderlich. Wir haben bereits in einigen Fällen andere, preiswertere Lösungen gefunden. In unserem Bildbeispiel schützt eine Aluminiumschiene als oberer Abschluss die Wärmedämmung vor eindringendem Regenwasser.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für die neue Heizung?

Grundsätzlich gilt: erst dämmen - dann die Heizung erneuern. Diese Reihenfolge sollte wann immer möglich eingehalten werden, denn durch die Dämmmaßnahmen am Haus wird der Energiebedarf bereits drastisch gesenkt. Die neue Heizanlage wird jetzt nur noch für den verminderten Energiebedarf benötigt. Sie kann kleiner ausfallen und damit kostengünstiger. Eine überdimensionierte Heizanlage wäre unwirtschaftlich und würde sich erst später amortisieren.



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